Evangelisch-Lutherische
Kirchengemeinde Lütjenburg

 
 
   
     
   
     
     
     
 

Gemeindebriefe

Gemeindebrief der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lütjenburg im Mai 2022

BlackLivesMatter: Deshalb posten alle Stars ein schwarzes Foto | BRAVO„Bitte kein Photo“
Marita, 15 Jahre alt, sitzt auf einem provisorischen Klappbett in der Turnhalle von Zduny (Polen) starrt auf ihr Handy. Alle Versuche, Kontakt mit ihren Freunden in Charkiw aufzunehmen sind gescheitert.
Ihre Augen, ihre ganze Körperhaltung, vor allem ihre Mimik sind von unglaublicher Traurigkeit und Verzweiflung geprägt!
Seit drei Tagen sind sie nun in Polen, nach fünf Fluchttagen in der Ukraine.
Sie, ihr körperbehinderter 10jähriger Bruder und ihre Mutter haben Zuflucht in dem kleinen Grenzort erhalten, der überfüllt von Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten der Ukraine ist.
Über 6000 Menschen sind im Kreis Krotoszyn, hauptsächlich in privaten Unterkünften, aufgenommen worden. Was für eine Leistung!
Marita nicht! - Sie möchte eigentlich nicht mit mir sprechen, schon gar nicht über die vergangenen Wochen.
Krieg in Charkiw, einer zerbombten Stadt im Nordosten der Ukraine.
Fliegeralarm jede Nacht, jeden Tag Einschläge von Bomben und Schüsse in unmittelbarer Nähe! Der Großteil der Stadt wird bereits von der russischen Armee kontrolliert. Flucht aus der Stadt ist fast unmöglich!

Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht (3. Johannes 2).

Marita hat Krieg erlebt! Unvorstellbar für die meisten von uns!
Ich brauche nicht viel Einfühlungsvermögen, um zu verstehen, was dieses kleine Mädchen empfinden muss. Nichts an ihrem Verhalten ist gespielt, nichts gekünstelt! Tröstende Worte fallen mir schwer und ich merke, sie braucht mehr! Da müssen Profis ran. Menschen, die ins Innere der Seele schauen können, um sie heil zu machen. Achselzucken als ich sie nach ihrem Vater frage. „Charkiw“, antwortet sie.
Weitere Fragen sind unnötig. Alle Männer von 18 bis 60 Jahren müssen ihr Land verteidigen.
Wieder starrt sie auf ihr Handy, als wir uns verabschieden. Und sie wiederholt ihre Bitte: „Kein Photo“!
Ja, sie hat recht! Ein Gesicht, stellvertretend für Hunderttausende?
Wir müssen genauer hinschauen, um zu verstehen, was diese Menschen erleben mussten. Erfühlen, was für Verzweiflungen sie empfinden, Hoffnungslosigkeit sie begleitet.
Was können Kinder ertragen, ohne tiefe Spuren in ihrer Seele zu hinterlassen?
Es liegen viele Aufgaben vor uns, wenn wir Menschen wie Marita unter uns willkommen heißen! Wohl mehr, als wir erwarten!

Howard Bleck, Diakon der Ev. Kirchengemeinde Lütjenburg beim Hilfstransport nach Polen

Liebe Leserin und lieber Leser,

für einen kurzen Moment hatte ich Hoffnung geschöpft, dass der Frühling uns eine Zeit gewährt, endlich wieder etwas aufatmen zu können.
Dann kam der Krieg in der Ukraine, dessen Verlauf und Dauer zu dem Zeitpunkt, an dem ich diese Worte schreibe, ja noch gar nicht abzusehen sind. Der Krieg bringt Tote und Verletzte, Zerstörung von Vertrauen, Kultur und Wirtschaft und ist entsetzlich. Welchen Trost haben wir denn, der uns hoffen lässt wider die Gewalt. Und wie die eigene Ohnmacht aushalten?

Für mich war in diesem Jahr der Karfreitag noch bedeutsamer als sonst: Der Tag, an dem Christus in all seiner Ohnmacht zu Gott betet, sich an unsere Seite stellt, unsere Verletzungen und Wunden erträgt und unseren Tod stirbt. Das Leiden und Aushalten, Nicht-Wegschauen und trotzdem keine Lösung zu wissen und Jesu Gebet - das ist alles andere als passiv. Dies Bild gibt mir Kraft, in schweren Situationen zu bestehen, nicht einfach auf Rache oder Gegenzerstörung zu bauen, auch die eigene Ohnmacht aushalten zu können.
Nach Karfreitag steht das Osterfest bevor, es erzählt, wie kein anderes kirchliches Fest von der Hoffnung, dass das Leben stärker ist als die Mächte, die es bedrohen. Gott erdachte sich Zukunft für uns, als er Jesus von den Toten auferweckte. Dass sie uns erfüllt mit Widerständigkeit und Lebensmut, selbst in aufgewühlten Zeiten.
Und ich glaube, in diesem Sinne ist es uns als österlichen Menschen aufgetragen, nicht müde zu werden, den Mächten des Todes und der Gewalt zu trotzen und für den Dialog und Frieden einzustehen. So dichtete einst Martin Luther auf die Melodie eines Friedenslieds:
„Verleih uns Frieden, gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten. Denn du, unser Gott, alleine.“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 421)

Ihre Pastorin Kathrin Schleupner

Einladung zur wöchentlichen Friedensandacht

Seit Ausbruch des sinnlosen Angriffskrieges in der Ukraine treffen wir uns jeden Mittwoch um 12 Uhr zum gemeinsamen Gebet. Wir stellen unsere Sorgen in die Stille zu Gott, beten mit konkreten Gebetsanliegen gegen den Krieg, versuchen beim Singen von Friedens- und Segensliedern zur Ruhe zu finden. Unsere große Kirche mit ihren dicken Mauern ist ein so guter Gegenort zum Grauen des Krieges.
Der Lichterbaum mit seinen vielen erleuchteten Kerzen erzählt von hellen und guten Energien vieler Kirchenbesucher.
Im alten Triumpfkreuz mit Johannes und Maria zur Seite spricht Jesus in diesen Tagen besonders zu uns: Jesus ist da in der grössten Verzweiflung dieser Tage und bittet uns füreinander da zu sein.  
Wir nehmen uns immer auch Zeit für Texte der Bibel: z.B. für Friedensvisionen, die uns angesichts der jetzigen Aufrüstung anfragen aber auch stärken, für einzelne Seligpreisungen, die motivieren und trösten, für Worte Jesu zur Nächstenliebe, die uns aufzeigen, wie wir darin auch Jesus nahekommen können. Hierin können wir wieder Sinn und Aufrichtung für unser Leben finden…
Eine Grundschülerin hat viele wunderschöne Friedenstauben gebastelt und bemalt, für welche wir über 500 Euro für die Ukraine sammeln konnten.
Am wertvollsten ist mir die in diesen Wochen gewachsene Gebetsgemeinschaft, die spontan immer auch von Marktbesuchern und Urlaubern bereichert wird. Es tut so gut, dass wir in dieser schweren Zeit einander im Gebet und im persönlichen Austausch nahe sein können. 
Vielleicht mögen Sie auch einmal kommen. Wir würden uns freuen! Bleiben Sie behütet!

Ihre Pastorin Katharina Lohse

Spendenkonto Ukraine:
Bankverbindung:
Ev. Kirchengemeinde Lütjenburg
IBAN:
DE 52 5206 0410 6306 4446 60
BIC: GENOFEF1EK1
Verwendungszweck:
KSt.21 0000-46207,
Spende Ukraine

Termine:
Am Tag von Christi Himmelfahrt – 26. Mai – feiert unsere Kirchengemeinde gemeinsam mit der Kirchengemeinde Blekendorf um 11:00 Uhr einen Gottesdienst im Pastoratsgarten in Blekendorf mit Pastor Volker Harms.

Am Sonntag, 12. Juni feiern wir in der Region Kirche Hohwachter Bucht einen zentralen Gottesdienst um 11:00 Uhr auf der Flunder in Hohwacht. An dem Gottesdienst werden Pastoren oder Kirchenvorsteher aus allen Gemeinden der Region (Blekendorf, Giekau, Kirchnüchel, Lütjenburg) mitwirken.

Am Sonntag 19. Juni wollen wir endlich die Goldene Konfirmation feiern. Dies ist die aus dem Jahr 2020 nachgeholte Feier für die Konfirmanden der Jahrgänge 1969 und 1970. In den beiden vorangehenden Jahren hatte Corona uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt freuen wir uns aber, die Goldene Konfirmation endlich nachholen zu können. Für das nächste Frühjahr 2023 planen wir die Feier der Goldenen Konfirmation für die Jahrgänge 1971-1973.

Am Freitag, 24. Juni um 19:00 Uhr ist die Gemeinde zu einem Freiluftgottesdienst vor der Vicelin-Kapelle an der Turmhügelburg eingeladen. Den Gottesdienst feiern wir mit Pastor i. R. Hans-Martin Bruns; die musikalische Gestaltung erfolgt durch Kantor Ralf Popken.

Beerdigungen:
Erich Deckert (87 J.), Lütjenburg
Franz Dobrindt (87J.), Lütjenburg früher Behrensdorf
Karl Schmidt (71 J.), Trittau
Gerd Timmann (77 J.), Ascheberg früher Lütjenburg
Martha Jansen geb. Frontzek (96 J.), Schacht-Audorf
Ilse Schröder geb. Kistenbrügger (81 J.), Lütjenburg
Gerda Brüchmann geb. Schmütz (93 J.), Lütjenburg
Kurt Schlecht (78 J.), Darry
Roswitha Gallinat geb. Schmidt (74 J.), Lütjenburg
Uwe Stölting (88 J.), Lütjenburg
Ingrid Gloy geb. Liermann (82 J.), Lütjenburg
Wilma Knoop-Bendfeldt geb. Bendfeldt (87 J.) Lütjenburg
Erich Sauer (83 J.), Hohwacht
Jürgen Fischer (62 J.), Högsdorf
Ursula Abel geb. Spiegel (93 J.), Lütjenburg
Manfed Laskowski (89 J.), Lütjenburg
Marianne Witter geb. Luther (86 J.), Lütjenburg
Gerda Fischer geb. Leß (89 J.), Lütjenburg

Trauung
in Engelau:
David Suckow u. Nele Suckow geb. Arend, Lütjenburg

Taufen:
Maurice Sell, Lütjenburg
Lennart Glessmann, Vogelsdorf
Tony Trawka, Lütjenburg
Adrian-Maxim Schweers, Högsdorf
Hannah Wittfoth, Lütjenburg
Jaron Rutz, Lütjenburg
Johanna Wegner, Lütjenburg

 


Verantwortlich für diesen Gemeindebrief:
Volker Harms, Pastor
Peter Krohn, Mitglied des Kirchengemeinderates
Der Gemeindebrief erscheint 4x jährlich.

 
 
 
 
Archiv:
G-Brief 03/2022 >> G-Brief 05/2022 >>        
G-Brief 03/2021 >> G-Brief 06/2021 >> G-Brief 09/2021 >> G-Brief 11/2021 >>    
G-Brief 03/2020 >> G-Brief 06/2020 >> G-Brief 09/2020 >> G-Brief 12/2020 >>    
G-Brief 02/2019 >> G-Brief 05/2019 >> G-Brief 09/2019 >> G-Brief 11/2019 >>    
G-Brief 02/2018 >> G-Brief 05/2018 >> G-Brief 09/2018 >> G-Brief 11/2018 >>